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Seit dem 14. Jahrhundert steht der Begriff Verlagswesen für den wirtschaftlichen Bereich von Unternehmen, die Werke aus Wissenschaft, Kunst, Musik und Literatur verbreiten.

Entstehungsgeschichte

In der Weimarer Republik gewann das Verlagswesen an großer Bedeutung. Aufgrund der sich immer mehr spezialisierenden Wissenschaften, verdoppelte sich die Auflage von Zeitschriften ab dem Jahr 1920. Gleichzeitig nahm die Produktion von belletristischen Werken bedeutend zu. Preiswerten Massenauflagen in sogenannten Buchgemeinschaften avancierten zu einer populären Verlagsform. Diese Form der Gemeinschaft, in der sich Mitglieder zu regelmäßigen Buchkäufen vertraglich verpflichten und dadurch günstigere Preise erhalten, gibt es auch heute noch. Im deutschen Raum ist die Bertelsmann AG sehr bekannt. Gegen Ende der zwanziger Jahre kam es zu einem Einbruch für den Buchmarkt, weil neue Freizeitbeschäftigungen wie Radio, Tanz oder Film bevorzugt wurden. Dieses Verhalten kann man leider bis heute beobachten.

Durch das Verbot von „rassistisch unakzeptabler“ Autoren wie Frank Wedekind, Heinrich Mann, Bertold Brecht oder Ernst Barlach und die massiver Bücherverbrennung im dritten Reich, kam es zu großen Einbußen im Verlagswesen. Das Verlagswesen unterlag wie alle anderen Sektionen der Kultur einer strengen Reglementierung, die einen starken Rückgang der Publikationen zur Folge hatte. Nach 1949 und nach Beendigung der Besatzungsmacht konnten erst wieder viele Verlage erneut gegründet werden.

Gegenwart und Zukunft

In einem Interview im Jahre 1985 gestand der ehemalige Chef der Gewerkschaft Journalismus, Druck und Papier, Herr Dr. Detlef Hensche: „Es gibt weltweit nur eine Branche, die mehr verdient als die Zeitungsverleger, und das ist der internationale Rauschgifthandel.“
Allerdings sieht die heutige Situation im Verlagswesen nicht so positiv aus. Aufgrund der zunehmenden Nutzung des Internets und der damit verbundene Wettbewerbsdruck stehen sehr viele Verlage in und vor einer Krise.
Literatur und die damit verbundenen Printmedien zählen auch heute noch zu den Eckpfosten der Verlage, dennoch ist eine Erweiterung auf den Sektor Internet nicht mehr wegzudenken und unbedingt notwendig.

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