Esoterik

Das Wort Esoterik wurde traditionell als Begriff für ein „höheres Wissen“ verwendet, nur bestimmte Menschen, vor allem Philosophen, waren diesem speziellen Kreis zugeordnet. Der Begriff Esoterik leitet sich vom griechischen „esoteros“(nach innen gewandt, innerlich) ab und umfasst eine breite Palette an Praktiken und Lehren die dem spirituellen Bereich zuzuordnen sind.

Esoterik hat seinen Ursprung in der Antike, bei den Griechen glaubten einige an die Reinkarnation(Wiedergeburt). Der Bekannteste, welcher dieser spirituellen Glaubensgruppe zuzuordnen war, ist Pythagoras. Er glaubte an die Unsterblichkeit der Seele und an dessen Wanderung in einen neugeborenen Körper. Wer ein einwandfreies und sittliches Leben führte hatte die Chance nach mehreren Reinkarnationen höhere Stufen zu durchlaufen um damit seine Seele von der körperlichen Welt zu befreien. Neben Pythagoras glaubte auch Platon und Empedokles an diese altgriechische Esoterik. Mithilfe dieser alten Form der Esoterik schaffte Platon seine aufwändige Seelenlehre.
In den Anfängen des Christentums gab es einen kleinen Kreis der Auserwählten die eine Arte „höheres Wissen“ teilten und dies geheim hielten. Hier kann man quasi von der christlichen Esoterik sprechen. Der Neuplatonismus entwickelte sich in den Jahren 205 – 270 nach Christus bei Plotin und drückte sich durch die Lehre Platons über die Erlösung und Befreiung der Seele aus. Die daraus entstandenen Neuplatoniker vereinnahmten für sich diese Mystische Philosophie und ließen angebliche magische Praktiken darin einfließen. In dieser Zeit waren Hellsehen und Wahrsagen sowie die einfache Mystik des Ganzen sehr populär.

Im Mittelalter ging die alte Mystik oder Esoterik auf Grund der Verbreitung der christlichen Lehre unter und geriet in Vergessenheit. Dafür aber entwickelt sich die Kabbala Lehre weiter und spielte dann später im Judentum sowie in der Esoterik eine sehr große Rolle. Aber schon im 14. Jahrhundert kam mithilfe der deutschen Dominikaner der Aufschwung für die Mystik, Astrologie und Wahrsagen sowie Magie und Alchemie waren im Mittelalter völlig normale Praktiken welche allerdings von der Kirche nicht anerkannt worden sind und das obwohl sich trotz dieser ablehnenden Haltung Anhänger von kosmologischen Lehren und Ideen in der offiziellen Kirche etablieren konnten. Die Bekannteste dieser Anhänger waren zum Beispiel Hildegard von Bingen.

Während der Renaissance kamen der Neuplatonismus und die Kabbala Lehre wieder ins Gespräch und bewegt sich hierbei aber immer am Rande der Ketzerei. Im 18 Jahrhundert, die Zeit der Romantik, wurden bekannte Schriftsteller wie Goethe oder Novalis von dem Thema Esoterik sehr inspiriert. In den USA etablierte sich die spiritistische Seance und der dadurch entstandene Spiritismus kam nach Deutschland. Heute ist das Ganze als Channeling bekannt.

Mit Gründung der Theosophischen Gesellschaft im Jahre 1878 in New York, wurde der Beginn der modernen westlichen Esoterik markiert. Das komplette 20. Jahrhundert wurde von dem Hauptwerkt „Die Geheimlehre“ geprägt und enthielt alles was es zum Thema Esoterik zu sagen und zu schreiben gibt.